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Jun 23 2016

Fachsymposium „BIM in Planung, Bau und Betrieb“

BIM_FachsymposiumAm 14. Juni 2016 hat der Forum Verlag, Herausgeber des Fachmagazins „Der Facility Manager“ zu einem Fachsymposium eingeladen, bei dem es – wie bei vielen Veranstaltungen in diesen Tagen – um das Trendthema Building Information Modeling (BIM) ging. Der Fokus des Events lag auf den aktuellen Trends sowie den Nutzen von BIM gerade auch für die Betriebsphase. Und so hat es insgesamt rund 70 Teilnehmer in das Veranstaltungshotel nach München gezogen, um sich vor Ort nicht nur mit den anwesenden Experten, sondern auch untereinander dazu auszutauschen.

Die Agenda folgte einem klar erkennbaren roten Faden: Nach einer eher theoretischen Einführung zum Thema BIM und den vielen, sich dahinter verbergenden Initiativen und Gremien sollte ein Brückenschlag zwischen Theorie und Praxis, der unter anderem durch IT-Unterstützung gelingen kann, erfolgen. Zum Abschluss gab es dann Eindrücke aus der täglichen Praxis bei der Betreuung und dem Management von BIM-Projekten.

Die bereits angesprochene theoretische Einleitung hätte weder inhaltlich, noch persönlich besser besetzt werden können als mit Dirk Schaper. Als Sprecher des Präsidiums von buildingSMART Deutschland, Mitglied der Arbeitsgruppe BIM, der Reformkommission “Großprojekte” im BMVI und gleichzeitig Geschäftsführer der HOCHTIEF ViCon GmbH kann man zu Recht sagen, dass er zu einer der BIM-Größen in Deutschland zählt. In seinem Beitrag „BIM Status Quo in Deutschland“ stellte er zunächst umfassend und sehr strukturiert die vielen Gremien und Arbeitsgruppen, die sich mit dem Thema beschäftigen vor. Im Anschluß hat Dirk Schaper eindrucksvoll erläutert, mit welchen Hürden – technischer wie kultureller Natur – noch zu kämpfen ist, wenn man in der Praxis BIM umsetzen will. Obwohl ich mich schon einige Zeit intensiv mit BIM auseinandersetze, habe ich nochmals viel dazu gelernt. Gleichzeitig bleibt aber auch ein kleiner Beigeschmack, denn die Vielzahl von Themen, Richtlinien, Normen etc. lässt befürchten, dass eine Harmonisierung und der endgültige Durchbruch noch ein ziemlicher Kraftakt werden könnte.

Den Brückenschlag zwischen Theorie und Praxis hat Frank Weiß, Direktor Innovationen und Produkte sowie Mitgründer der CONJECT AG sehr lebhaft dargestellt. In Kenntnis vieler, der von Dirk Schaper vorgestellten Grundlagen, gelang es ihm, eine Art Zeitreise von den ersten Computern über die PCs bis hin zu heutigen mobilen Geräten wie Tablets und Smartphones und deren Bedeutung für BIM zu machen. Die Zuhörer hatten meinem Eindruck nach tatsächlich die Gelegenheit, nachzuvollziehen, was die technische Entwicklung für BIM und die damit verbundenen Erfolgsaussichten bedeutet. Anhand vieler Beispiele aus der Praxis wurde gezeigt, wie etablierte Prozesse mit BIM und Software deutlich optimiert werden können. In den meisten Fällen besteht ein großer Teil der Optimierung darin, die Planung zu verbessern und Fehler in der Bauphase zu reduzieren. Auch wenn das sehr banal klingt, so konnte man aus den Gesichtern vieler Teilnehmer ablesen, dass sie die sich bietenden Möglichkeiten direkt erkannt haben. Nur in der Realität fehlt es immer wieder am Mut, teilweise aber auch an den technischen Möglichkeiten, diese Potenziale auszuschöpfen.

Nachdem Theorie und Lösungsansätze wirkungsvoll ausgeführt worden waren, betrat Thomas Geißler, Head of BIM Management bei der formitas GmbH, die Bühne. Wie bei den meisten Veranstaltungen war sein Vortrag aus der Praxis ein absolutes Highlight. Was machen die Menschen in der Praxis wirklich? Welche Schwierigkeiten ergeben sich aus den zuvor dargestellten, voll-digitalisierten Verfahren? Wie weit liegen Theorie und Praxis auseinander? Auf alle diese Fragen ging Thomas Geißler in beeindruckender Weise ein. Was ich persönlich am überzeugendsten fand, waren die kleinen, auch hier oft banalen Dinge, die aber einen unfassbar großen Nutzen im Prozess darstellen. Clash Detection (Kollisionsprüfungen) sind in 3D-Konstruktionen seit vielen Jahren Usus. Hier aber durch die geeignete Wahl von Kriterien und Toleranzen potenzielle Konstruktionsfehler erkennbar zu machen, die aus der Gebäudealterung resultieren, war meines Erachtens einer der Augenöffner. Auch der tatsächliche Einsatz von Virtual Reality im Rahmen von Bauplanungen und Nutzungssimulationen wurde gezeigt. Auch wenn dies vielfach noch als Zukunftsmusik abgetan wird, wurde hier deutlich, dass diese Methode schon heute in der täglichen Praxis zum Einsatz kommt.

Nach drei Stunden geballter BIM-Kompetenz hat Martin Gräber, Chefredakteur von „Der Facility Manager“ im Rahmen seiner Zusammenfassung der in den Vorträgen gewonnen Erkenntnisse eine Darstellung gewählt, der es eigentlich fast nichts hinzuzufügen gilt. Er verglich Building Information Modeling mit einer langen Reise, bei der der Zug bereits Fahrt aufgenommen hat, es viele Möglichkeiten zur Beschleunigung und Findung der Route gibt, man aber nach heutiger Kenntnis noch nicht absehen kann, wohin sie genau führt. Besser kann man es kaum beschreiben. Und dennoch bin ich sehr gespannt, wohin die Reise nun geht und werde mich sicher intensiv darum bemühen, dass ich mit CONJECT immer ganz vorn dabei bin.

About the author

Frank Bögel

Frank ist Technical Director EMEA bei Aconex. Fast schon in Sherlock-Holmes-Manier untersucht er rund um das Facility Management stets neue Trends, Frage- und Aufgabenstellungen mit dem erklärten Ziel, diese mit CONJECT-Software zu lösen. Mindestens ebenso euphorisch wie ausdauernd zeigt sich Frank auch in seiner Freizeit, wenn er sich zur Wasser, zu Land und „per pedes“ beim Triathlon verausgabt. Selbstkasteiung? – weit gefehlt! Kulinarische Köstlichkeiten sind Franks zweitschönste Belohnung für die Trainingsstrapazen.

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